Ich sitze grade beim Friseur , meine Extensions habe ich letzte Woche schon entfernt, und bin aktuell auch nicht an neuen interessiert.

Ich habe die Haare kurz schneiden lassen (für meine Verhältnisse kurz!). Und ich bin so gesegnet meine Hebamme hat sich die Zeit genommen mein Baby zu betreuen während ich es mir hier gut gehen lasse. Nach 6 Wochen stillen Windel wechseln Wochenbett (mit allem was dazu gehört) und das letzte Wochenende mit 3 Kindern allein zu hause, tut es unendlich gut was für mich zu machen, nur für mich.

Was für ein Geschenk.

Ich mache mit meinen Haaren was ganz neues . Etwas das ich so in der Form noch nicht hatte.

Überhaupt ist alles grade so neu, so anders, manchmal auch beängstigend wie wenn einem der Boden unter den Füßen weg gezogen wird.
Ich weiß nicht ob es daran liegt das ich die magische 30 überschritten habe, aber alles ist anders.

Von der Tussie zur Ökomama, mit Holzspielzeug und Stoffwindeln und selbst gemachten Babypflegeprodukten.
Von der Vollzeitselbstständigen zur Hausfrau und Mutter. (Mutter bin ich seid 15 Jahren, jetzt aber noch mal anders – 3.0 sozusagen)
Ich mache sogar meine Lasagneplatten selber.
Von Maggie fix zur Veganer Superküche, mit Fleisch Rückfällen.
Vom blinden Konsumenten zum minimalisierenden Verhalten.
Von anonymen Blog-Leser und Vlog user zum Blogger, die Öffentlichkeit an meinen Leben und Gedanken teilhaben zu lassen ist ein großer Schritt gewesen und der Anfang gestaltet sich für mich noch schwer, aber nach und nach fühlt es sich „natürlicher“ an.

Und dennoch Zweifel.

Eigentlich bin ich ein Genießertyp der die Dinge (im Vertrauen auf Gott) ganz entspannt angeht, auf sich zukommen lässt und sich aus Neugierde vorbereitet nicht aus Druck oder Erwartungshaltung.

Aber jetzt ohne Beruf, ohne Einkommen (Elterngeld Antrag ist noch nicht bewilligt) fühle ich mich manchmal als müsste ich alles übers Knie brechen mich für was NEUES entscheiden….

In meinem alten Beruf gab es in der jüngsten Vergangenheit echt Brüche mit den Kooperationspartnern- die mir absolut zu denken geben da mir diese Ereignisse gezeigt haben wie „wertlos“ ich gehandelt werde, obwohl ich so kostbare Arbeit an kleinen Kindern Leiste.

Also was mache ich nach der Elternzeit? Gehe ich wieder zurück? Und nehme in Kauf das ich gegen meine Prinzipien verstoße?

Gehe ich nicht zurück werden wir die Großtagespflegestätte schließen müssen, da unsere dritte Kollegin uns nächstes Jahr verlässt. Und mit einer Erzieherin alleine kann man keine grosstagespflegstätte führen. So sind die Richtlinien.
Das bedeutet das auch die dritte Kollegin dann Arbeitslos ist. Da hängt irgendwie was dran.

Ich könnte auch ein Onlinebuissnes aufbauen. Und zu hause arbeiten, mir ist wichtig das unsere jüngste nicht Fremdbetreut wird. Einrichtungen mit großen Betreuungsschlüsseln sind in meinen Augen nicht der Ort wo ich mein Kind hingeben möchte. In meinen alten Beruf könnte ich mein Baby ebenfalls mitnehmen und selber betreuen.

Wie ist das bei euch gewesen mit der Elternzeit und der Zeit danach?
Seid ihr wieder in euren alten Beruf gegangen?
Wie lange seid ihr mit euren Kindern zu hause geblieben?

Übrigens die neue Farbe und Frisur gefällt meinem Umfeld…

Herzlichst Jessica