Mein Sinneswandel zum Minimalismus begang erst vor ein paar Wochen, genau genommen kurz nach der Geburt meiner Tochter, also so ca. 12 Wochen ist das her.

Ich habe zum Thema Minimalismus ein Video bei YouTube veröffentlicht. In dem Video geht es darum, weshalb ich mit Minimalismus begonnen habe und wie ich damit Geld verdiene. Auch jetzt hier in unserem Urlaub.

In diesem Blogpost möchte ich darüber schreiben warum wir diesesmal einen low-buget Urlaub machten und wie ich die Vorbereitungen dafür getroffen habe.

Da der errechnete Geburtstermin unser jüngsten Tochter in die erste Augustwoche fiel und ich noch bis 3 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin gearbeitet habe (ich bin Selbstständig / kein gesetzlich geregelter Mutterschaftsschutz-anspruch) sind wir diesen Sommer als Familie nicht in den Urlaub gefahren.

Nach der wunderschönen Beckenendlagen- spontan- Geburt und den ersten Tagen zu Hause war klar, wir alles wollen in den Urlaub (nicht weil das Baby so anstrengend ist, sondern weil die besondere „Urlaubsfamilienzeit“ einfach fehlte).

Kurze Zeit später schüttelte ich einen Link für ein Ferienhaus in Dänemark aus einer App und wir buchten dieses schöne Haus. Nun ist der Urlaub auch schon wieder vorbei, aber wir hatten eine unglaublich tolle Zeit, die Natur ist wirklich wunderschön, unberührt und holte uns total ab. Das sollte jeder einmal erlebt haben.

Die Vorbereitungen für diesen Urlaub unterlagen dem Motto Minimalismus und Low-buget. Immerhin führen wir mit einem Neugeboren Baby also insgesamt 5 Personen für eine Woche nach Dänemark/ Blokhus.

Wir entschieden die Lebensmittel vorab in Deutschland zu kaufen und mitzunehmen, also planten wir 6 Gerichte und schrieben den Thermomix mit auf die Packliste. Es stellte sich nach dem Einkauf als total klug herraus, denn ich gab nicht mal 100 Euro aus. In Dänemark kosten die Lebensmittel ein vielfaches mehr.

Das Packen für unserer Baby wollte ich auch so minimalistisch wie möglich halten, wir wickeln mit Stoffwindeln und Stoffwaschlappen statt Feuchttüchern. Ich packte Windelbedarf für 2 Tage ein, da ich einen 2 Tage Waschrhytmus zu Hause habe für die Windeln. Und sich das gut eingespielt hat in meinem Alltagsleben. Auch die Wäsche habe ich gut ausgewählt, im nachhinein hätte ich auch weniger Wäsche mitnehmen können. Auch hierzu habe ich ein Video gemacht.

Mein Mann plante einige Abende vor der Abreise unsere Familienaktivitäten. Wir haben wirklich schöne und unglaubliche Dinge gesehen! Wir waren in den Kalkhöhlen. Absolut sehenswert, es gab einen Teil der Höhlen die uns allen ein beklemmendes Gefühl vermittelte, so ziemlich mittig der Gewölbe gab es einen Abschnitt in dem es keine Luftzikulation gab, und für einen Moment spürte ich wie sich Panik in mir breit machte. Ich wusste nicht wie tief und wie weit dieser Höhlenabschnitt ging. Aber nach ein paar Minuten waren wir hindurch gegangen, die Luft wurde schlagartig besser und mir wurde bewusst, Höhlenklettern wird niemals zu meinen Hobbies gehören. Dennoch ein tolles Erlebnis, im Berg gab es einen See mit eiskalten klaren Wasser. Einfach unbeschreiblich genial. Wir waren auch in einem Ocenarium, und lernten dort den Mondfisch kennen, ich wusste bis Dato nicht mal das es etwas gibt das so heisst und so aussieht. Gott hat wirklich eine Vorliebe für Einzigartigkeit. Und wir Menschen denken immer wir sind der Bauchnabel der Welt, dabei ist unser Leben auf der Erde nur wie ein Sandkorn am Strand der Ewigkeit. Einfach ein kleiner Teil von etwas ganz Großem. Die Strände waren gigantisch, das Meer so wild und dennoch sehr beruhigend. Mein Mann lief am Palmenstrand Barfuss über eine Sandbank im Meer, wie Petrus lief er in Gewissheit nicht unterzugehen einfach bis zum Ufer. Was für ein Anblick. Das Meer! Ich liebe es, so mächtig, so in seinem Bann ziehend, alles Sorgen kann man hineinwerfen, es ruft zum Träumen und das tänzelnde glitzern der reflektierenden Sonnenstrahlen zaubert ein Gefühl von Glück und „angekommen sein“ in meiner Seele hervor. Ein Vlog dazu findest du hier.

Mir wird immer mehr bewusst das, dass Leben an nur einem Ort für mich nicht das Richtige ist. Ich bin ein Freiheitstyp und liebe es neues kennen zulernen, ich bin schnell Feuer und Flamme für Dinge die mich inspirieren ein schöneres Leben zu führen. Und dennoch bin ich mir im vollen Umfang meiner Verantwortung für die Verpflichtungen in meinem Leben bewusst.

In diesem Urlaub ist etwas wunderbaren passiert. Es war so heilsam. Mein Mann und ich schliefen das erstemal seid der Geburt unser Tochter wieder gemeinsam in einem Bett. Wochenlang schlief ich mit unserem kleinen Schatz in unserem King-size-bett allein, was für uns beide zum kennen lernen und aneinander gewöhnen auch super war. Ich denke viele frisch gebackene Mamas kennen das. Aber als wir im Urlaub wieder aneinander geschmiegt einschlafen konnten, hat das unsere Verbindung wieder „aktiviert“. Wir sind uns auf eine neue Art näher gekommen, viel vertrauter. Es macht ja soviel aus wenn man räumlich getrennt voneinander schläft, dort entsteht dann ein Mangel den wir beide unabhängig von einander mit dem Konsum von Medien ausgefüllt haben, was uns noch weiter von einander entfernte. Ich schreibe das hier auch nur um euch allen die ihr in ähnlichen Situationen seid zu zeigen wie schnell Entfremdung in der Ehe stattfinden kann, selbst durch sowas wunderschönes wie die Umstellung durch ein Neugeborenes.

Herzlichst Jessica