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Es passiert immer wieder, wenn ich erzähle, das ich Christ bin und dazu noch einer der Christsein praktiziert, dass die Leute mich völlig verwirrt ansehen, meist ist die erste Reaktion, „Nein echt?“, oder ein bizarres Lächeln. Manchmal kommt prompt „Ich bin ja auch als Baby getauft“, dann beglückwünsche ich die Leute immer.

Storytime:

Mein Mann und ich waren gemeinsam bei meiner Gynäkologin im CTG Raum (der Raum wo die Herztöne des Babies gemessen werden). Diejenigen die uns kennen wissen ja, das mein Mann und ich alles andere als „christlich“ aussehen, mein Mann hat einen breiten Vollbart, Töten köpfe auf dem Unterarm tätowiert und Ohrringe und ich war zu dem Zeitpunkt nach total Pro Make- up, mit langen blonden Extensions und ebenfalls überall tätowiert vor allem ziert unter anderem ein riesen großer Phönix meinen Bauch. Und fromm Sprechen liegt uns auch nicht so sehr. Und unser Kleidungsstil ist einfach sehr modern.

Also, wir waren in diesem kleinem Kämmerlein und die Sprechstundenhilfe versuchte das Herz unseres kleinen Wunders zu finden, und sie stellte (wahrscheinlich Standartmäßig) die Frage:“ Und wie soll das Baby denn heißen“, ich sagte ihr den Namen. Der Zweitname ist biblisch und kommt meines Erachtens nicht oft hier vor. Also erwähnte ich das ganz beiläufig und auch dessen Bedeutung. Sie erwiderte „Oh wie schön, sind Sie denn christlich?“ und ich sagte „Nein wir sind hartcore Christen mit Beten und Bibellesen.“ Sie fing sofort an zu lachen, merkte aber schnell das es mein erst war, Sie entschuldigte sich und ich erzählte ihr ein bisschen von unserem Glauben und warum es so gut tut eine Gemeinde zu haben. Sie begann zu erzählen das ihr ältester Sohn getauft und konfirmiert sei… Darüber freute ich mich sehr.

Ich laß mal eine Statistik die besagte das ein Mensch, 8 Begegnungen mit Christen hat bis er sich bekehrt.- Ich glaube fest daran das es stimmt, ich selber habe das an mir und von anderen Christen erlebt und gehört.

Wer weiß wann ihr Sohn in unserer großes Familie ein Mitglied wird.

Zurück zum Anfang des Themas, es geschah also sehr oft das die Leute verwirrt reagierten.

Ich machte mir eine zeitlang die Mühe und hinterfragte die Reaktionen und bekam die lustigsten Antworten.

Einen kleinen Auszug habe ich euch hier mal zusammengesammelt:

„Du siehst nicht so aus!“

„Ja aber bestimmt nur weil deine Eltern in die Kirche gehen.“

„Haha lustig!“

„Warum das denn?“

„Aber da muss man doch Sonntags so früh aufstehen.“

„Nee also das mit dem Glauben, dass ist ja nichts für mich, aber ich freue mich das du Glauben kannst!“

„Aber du bist doch tätowiert!“

„Sind die denn nett, die Christen?“

„Ziehst du dich denn da anders an?“

„Finden deine Kinder das nicht doof, zwei Stunden auf einer Holzbank herumzusitzen?“

Ich liebe das, denn daraus entstehen die besten Gespräche über den Glauben, ich habe mir angewöhnt die Menschen am Ende ihre Argumente „gegen“ den Glauben zu Fragen warum sie nicht an Gott glauben, was in ihrem Leben passiert ist, das sie die Vorstellung an einen Gott ablehnen oder was sie an einen „anderen“ Gott glauben lässt.

In den allermeisten Fällen haben diese Menschen irgendwo in ihrem Leben etwas Erfahren das sie so verletzt hat, das sie nicht mehr an einen liebenden Gott glauben wollen.

Ich höre mir die verschiedenen Geschichten immer an und versuche nicht dazwischen zu reden (das fällt mir echt schwer) am Ende frage ich ob ich für sie beten darf. Manche weinen dann, sind dann bewegt und wollen das unbedingt, andere sind skeptisch und sagen, ich glaub zwar nicht dran aber schaden kann es ja nicht, nur äußerst selten erlebe ich das jemand das nicht möchte. Und dann segne ich diesen Menschen einfach beim Abschied- „Gesegneten Tag wüsche ich dir noch.“

Geht auch super beim Einkaufen an der Kasse, wenn man geht!

Be blessed.

Jessica