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Christsein und Sexualität

Christen sind doch prüde! Die haben doch nur Sex im Dunkeln und auch nur um sich fortzupflanzen! Bestimmt ist für christliche Frauen Sex nur eine Pflichtnummer. Sie müssen ihrem Mann ja gehorchen und sich unterordnen. Haben christliche Frauen überhaupt einen Orgasmus und wissen christliche Männer wo der G-Punkt ist? Und dieser ganze Keuschheitsmist bis zu Ehe warten … Was soll das? Bis zur Ehe muss man sich doch austoben! Wer weiß, was man sonst verpasst? Und was ist, wenn man jungfräulich bis zu Ehe war und der Mann ist dann ein Loser im Bett …

Puh, ich stecke oft in solchen Gesprächen mit Frauen. Gerade wenn sie Mütter von Teenagern sind und ich dann auch noch erzähle, dass meine Tochter mit 15 Jahren gar kein Interesse an sexuellen Kontakt zu Jungs hat.

Eine Mutter sagte mal: „Du kannst doch gar nicht wissen, was in ihrem Kopf abgeht!“ Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich mit meiner Tochter über unsere Mutter-Tochter-Beziehung auch noch eine sehr vertraute, freundschaftliche Beziehung führe. Meine Tochter hat nämlich schon vor Jahren verstanden, dass ich ihr Wegbegleiter und nicht ihr Kommandant bin. Dieselbe Mutter sagte auch, „dass ich nicht verhindern kann, dass meine Tochter Sex haben wird“…

Ähmmm, Moment mal. Wer sagt denn, dass ich verhindern will, dass sie Sex hat? Ich wünsche mir für meine Kinder nur das Beste. Dazu wünsche ich ihnen in ihren Ehen ein wunderschönes, von Achtung und Respekt geprägtes Sexleben und dass sie die unbeeinflusste Möglichkeit haben, sich gemeinsam mit ihren Ehepartnern zu erkunden und nicht ihren ganzen „vor verprägten Mist“ in ihre Ehen mitbringen.

Es ist ein Privileg, „unverbraucht“ in eine Ehe zu starten. Sich einander zu schenken und mit Neugier zu erkunden, was einem selbst und dem anderen gefällt. Ich sage meiner Tochter immer, dass sie so kostbar und so wertvoll ist, dass nur ein Mann das Vorrecht hat, sie so intim zu lieben, dass sie beide eins werden. Und dass ihr Mann hoffentlich auch weiß, wie kostbar er ist und wie sehr er und seine Zukünftige es verdienen, nur einander zu teilen.

Klingt spießig? Mag sein. Aber wisst ihr, meine Tochter erzählte mir von einer Freundin, deren Mutter sagte: „Im Schlafzimmer in der Schublade liegen Kondome und von dem Rest will ich nichts wissen!“

Krass! Diese Mutter erwartet von ihrem KIND (15 Jahre), dass es die Verantwortung und Konsequenzen für seine Sexualität alleine trägt – ohne Schutz, ohne Beistand, ohne Orientierung, ohne Rat, ohne Hilfe, ohne MAMA …Und noch schlimmer: Diese erwachsene, scheinbare Verantwortungsträgerin für ihre Kinder, entzieht sich ihrer Verantwortung für die Sexualität ihres Kindes.

Es macht mich traurig, dass die Welt so mit ihren Kindern umgeht. Ich weiß, dass es „Gang und Gäbe“ ist, dass Eltern sich aus der Sexualität ihrer Kinder raushalten wollen, weil es so ein „Tabu“-Thema ist. Welcher Elternteil will schon wissen, was sein Kind „treibt“ oder mit wem? Und genau das ist der springende Punkt. Es sollte uns interessieren, solange es unsere Teenager sind. Solange wir die Langzeitfolgen ihrer Entscheidungen überblicken und sie das noch nicht können, müssen wir ihnen doch helfen, für sich selber gute Entscheidungen zu treffen. Und grade in der Sexualität ist das so wichtig, denn sie übernimmt einen Teil unserer Identität. Sie ist existenziell für den Fortbestand unserer Spezies.

Sexualität ist schöpferisch. Die Frage ist, was sie schöpft …

Wenn unsere Kinder mit ihrer Sexualität nicht umgehen, als wäre es eines der kostbarsten Dinge die sie besitzen, hat der Feind doch leichtes Spiel. Er wird ihre Sexualität benutzen, um unsere Kinder damit zu Grunde zu richten!

Es gibt Kinder, die zu Beginn ihrer Pubertät schon Porno-süchtig sind. Mädchen und Jungen geraten zunehmend in Schulen unter Druck (Gruppenzwang), sexuell aktiv zu sein, nur um dazuzugehören. Mädchen verlieren durch völlig falsche Vorbilder jeden gesunden Bezug zu sich und ihren Körpern und dem, was sinnlich und sexy sein soll. So verpassen sie den Moment, an dem sich die Sache mit der Sexualität gut anfühlen soll. Filme und Mädchenzeitschriften geben eine falsche Erwartungshaltung und nach dem ersten Mal fühlen sich alle Mädchen merkwürdig. Etwas fehlt auf einmal und die Erwartungen wurden auch nicht erfüllt. So entsteht der Eindruck, sie haben etwas falsch gemacht, es läge an ihnen. Und da beginnt es. Ab dem Moment wird ihre Sexualität ganz real von außen beeinflusst. Und sie verlieren den Bezug zu ihrer eigenen, gesunden Sexualität.

Bei Jungen läuft es ähnlich ab, aber emotional verarbeiten sie das Ganze anders. Und kommen ebenfalls durch falsche Vorbilder, Medienkonsum und Pornografie zu einer verdrehten Leistungshaltung. So verlieren auch sie den Bezug zu ihrer eigenen, gesunden Sexualität.

Auf der Suche nach dem was sich „richtig anfühlt“ kommen unsere Teenager also an verschiedenen Sexualpraktiken und Sexualpartnern vorbei und nach jeder Trennung bleibt noch mehr innere Leere. Manche Menschen werden davon psychisch – und manche auch physisch – richtig krank.

Das Geschäft der Sexualtherapeuten boomt! Zu recht, denn wenn man nach vermehrtem falschen Abbiegen im Irrgarten selber versucht, wieder den Ausgang zu finden, zurück zum Anfang, zurück zu sich selbst, ist es alleine schier unmöglich. Und haben unsere Teenager dann endlich ihren Ehepartner kennengelernt und sind das Bündnis der Ehe eingegangen, ist irgendwie die Magie längst verloren. Die Sexualität ist unterschwellig durch die Vorerfahrungen schon negativ belastet und das Heil der Ehe „beschmutzt“.

Die Ehe ist ein geschützter Rahmen in dem alles erlaubt ist was beiden gefällt! Die Bibel sagt, das Bündnis der Ehe gilt im Himmel.

Das Bündnis der Sexualität gilt ebenfalls im Himmel. Im alten Testament und auch im neuen Testament wurden Bündnisse mit Blut besiegelt. Wenn das Hymen (Jungfernhäutchen) reißt, blutet es normalerweise (Ausnahmen möglich).

Wie grotesk, wenn du mit dem einen Menschen das Bündnis der Ehe und mit dem anderen Menschen ein sexuelles Bündnis im Himmel hast?

Zu guter Letzt will ich noch sagen, dass Sexualität in einer Ehe ein Schutz vor den Angriffen des Feindes ist. Die Bibel sagt: Wo zwei übereinkommen, in meinem Namen sind, eins werden, da werde ich sein. vgl. Matthäus 18,20 – was bedeutet das auf unsere Sexualität gesehen?

Die Welt lehrt uns allerdings, Sex als Waffe gegen unsere Ehe einzusetzen. Sex dient als Manipulator gegen unseren Ehepartner und öffnet damit dem Teufel die Türe zur Entzweiung.

Johannes 10,10 sagt: Der Dieb (der Teufel) kommt, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten …

Ich möchte beten:

Herr, bitte schenke uns den Mut und die Weisheit, unseren Kindern ihre Sexualität aus Deiner Perspektive zu zeigen, sie zu lehren, welchen Wert Du ihnen gegeben hast. Und ich möchte Dich bitten, dass wir auch bei Dir am Kreuz frei werden von unseren sexuellen Verfehlungen, aber auch von dem seelischen Schmerz der daraus oder auch aus Übergriffen und Missbrauch entstanden ist. Mach uns frei von den Ketten, die Satan nutzt, um unsere Sexualität in unseren Ehen zu binden.

Und lass uns unsere Sexualität in unseren Ehen als heilig und im Überfluss der Liebe praktizieren.

Amen

Wenn du den Startschuss für das Leben, dass DU führen möchtest, setzten willst, lade ich dich herzlich ein, an meinem Seminar „DU bist einmalig, sei die Frau die DU bist“ teilzunehmen. Infos bekommst Du hier.